Biografie

Ruben Gazarian war 16 Jahre – zwischen 2002 und 2018 – Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn. Ein Amt, in welches er sowohl vom Orchester als auch von der Findungskommission einstimmig gewählt wurde. In dieser Zeit hat er, in den insgesamt über 860 Konzerten und 26 CD-Produktionen, das Standardrepertoire des Orchesters durch gelegentliche Ausweitung auf sinfonische Besetzung und die Wahl zahlreicher Werke aus der Romantik, der frühen Moderne und der Avantgarde bereichert. Für seine Verdienste während der langen Heilbronner Amtszeit wurde Gazarian im Juni 2018 mit der Goldenen Münze der Stadt ausgezeichnet.

Zusätzlich zu seiner Heilbronner Chefposition übernahm Ruben Gazarian zum Beginn des Jahres 2015 die künstlerische Leitung des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt. Auch diese Berufung erfolgte auf einhelligen Wunsch des Orchesters, dessen Geschäftsführung und der Kulturverantwortlichen der Stadt. Im Mai 2017 wurde sein Vertrag mit dem GKO um weitere drei Jahre verlängert. Im Vorfeld hat sich das Orchester einstimmig für die Vertragsverlängerung ausgesprochen.

Als Gastdirigent stand Ruben Gazarian u. a. am Pult des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR, des WDR-Sinfonieorchesters Köln, des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt, der Hamburger Symphoniker, des Staatsorchesters Kassel, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, des Frankfurter Museumsorchesters, des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden, der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, der Nordwestdeutschen Philharmonie Herford, des Orchestre National de Lyon, des Jerusalem Symphony Orchestra, des Orchesters Rishon LeZion (Orchester der Oper Tel Aviv), des Tonkünstler Orchester Niederösterreich, des Wroclawer Philharmonischen Orchesters, des Belgrader Philharmonischen Orchesters und des Zürcher Kammerorchesters.

Erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet Ruben Gazarian mit so namhaften Solisten wie Khatia Buniatishvili, Gautier und Renaud Capuçon, Julia Fischer, Hilary Hahn, Maximilian Hornung, Sharon Kam, Katia & Marielle Labèque, Elisabeth Leonskaja, Sabine Meyer, Daniel Müller-Schott, Viktoria Mullova, Sergei Nakariakov, Gerhard Oppitz, Fazil Say, Emmanuel Tjeknavorian, Jean-Yves Thibaudet, Frank Peter Zimmermann, Beaux Arts Trio, Gewandhaus-Quartett und vielen anderen.

Im Alter von vier Jahren erhielt Ruben Gazarian den ersten Violinunterricht von seinem Vater. Es folgte eine Ausbildung an der Spezialmusikschule „P. I. Tschaikowsky“ und später am Konservatorium in Eriwan beim Primarius des berühmten Borodin-Quartetts Ruben Aharonian. Seine solistische Laufbahn begann Gazarian 1983 mit Recitals und Auftritten mit verschiedenen Kammer- und Sinfonieorchestern. Noch während des Studiums erhielt er einen Sondervertrag als Vorspieler und Solist des Staatlichen Kammerorchesters Armenien und war zeitgleich Geiger im Staatlichen Klaviertrio des Armenischen Rundfunks und Fernsehens. Im Jahr 1992 setzte Ruben Gazarian sein Violinstudium an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig fort und schloss es 1995 mit dem Konzertexamen ab. Noch im gleichen Jahr folgte ein Dirigierstudium – ebenfalls an der Leipziger Musikhochschule –, welches er 1998 mit Höchstnote absolvierte.

Nach mehrjähriger Tätigkeit (1993-1998) als Erster Konzertmeister des Westsächsischen Symphonieorchesters, wurde Ruben Gazarian 1999 zu dessen Chefdirigenten gewählt. Unmittelbar vor seinem Amtsantritt beim WKO Heilbronn im September 2002, wurde Gazarian zum Preisträger des 1. Solti Dirigentenwettbewerbs in Frankfurt am Main.

Eine umfangreiche und stets wachsende Diskografie dokumentiert die Bandbreite des Künstlers und seinen sicheren Umgang mit Werken verschiedenster Epochen und Stilrichtungen.